Max
Lieber Herr Stephanow,
Am Samstag haben wir den kleinen Max tatsächlich zu uns genommen. Er lag uns deswegen besonders am Herzen, weil er ja schon recht alt ist, sich niemand für ihn interessierte (seit er dort war, hat das tatsächlich noch gar niemand) und wir schon den Eindruck hatten, dass er ziemlich ängstlich ist, er oft alleine dort war, weil es keinen passenden Mitbewohner fr ihn gab und der Tierheimaufenthalt aus vorgenannten Grü|nden für ihn besonders unschön ist. Im Vergleich mit den Schicksalen, die Sie erleben, ist das vielleicht alles noch nichts aber uns hat es trotzdem sehr beschäftigt und es waren Gründe genug, ihn zu nehmen. Und da wir darauf angewiesen sind, die Hunde auch mit zur Arbeit nehmen zu können (im Notfall eine von uns beiden auch mal alle drei), muss es auch halbwegs passen und machbar sein.
Von Frau Albers wissen wir, dass er einige Zeit bei Ihnen war, nachdem Sie ihn aus Ungarn mitgebracht hatten und bevor er auf den Eifelhof kam, und er sich anfangs wohl gar nicht anfassen ließ.
Hier zeigt er sich auch ausgesprochen ängstlich, was ihn dann dazu bringt, aus Unsicherheit zu knurren und zu beißen (was wegen seiner fehlenden Zähne im Oberkiefer aber nicht besonders schlimm ist). Wenn man ihn hochheben möchte / muss, z. B. bei Treppenstufen, die für ihn zu hoch sind, bekommt er völlig die Panik. Trotz alldem merken wir, dass er innerhalb der wenigen Tage, die er jetzt bei uns ist, anfängt Zutrauen zu uns zu fassen. Das ist wunderschön und wir hoffen sehr, dass er sich so weiterentwickelt, damit er noch eine möglichst schöne und stressfreie Zeit bei uns genießen kann. Er bekommt jetzt unterstützend Bachblüten, damit haben wir schon bei unseren anderen Tieren recht gute Erfahrungen gemacht. Falls Sie - aus Ihrer Zeit mit ihm - noch einen guten Tipp zum Umgang mit Max haben, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie ihn uns wissen lassen.
Wir hoffen sehr, dass Sie die Schützlinge, die Sie diesemal wieder aus der Tötungsstation geholt haben, einigermaßen gut unterbringen konnten.
Alle guten Wünsche von hier und herzliche Grüße
5 Wochen später
Liebe Frau Stephanow, lieber Herr Stephanow,
heute wird es wirklich Zeit, dass wir Ihnen von Max berichten, der jetzt seit 5 Wochen bei uns lebt.
Aber erstmal möchten wir Ihnen für Ihre Mail danken, es hat uns wirklich erschüttert, wie schlecht es Max ging, als er nach Deutschland kam und man kann es gar nicht oft genug sagen, wie gut es ist, dass es Menschen wie Sie gibt.
Wie gesagt, er lebt jetzt seit 5 Wochen bei uns und wir können wirklich nur sagen, er ist ein absoluter Schatz. Wie er sich in den 5 Wochen entwickelt hat ist einfach unglaublich. Er war wirklich extrem ängsltich, aber wir glauben, ganz wichtig ist, dass man ihm Zeit gibt, zu beobachten, ihn nicht bedrängt und dass man nicht zu viel von ihm erwartet. Max ist ja vom ersten Tag an mit zur Arbeit gegangen. Als er erstmal in unserem Haus war, wollte er auf keinen Fall wieder raus. Wenn es dann abends nach Hause ging, wollte er auch das Büro nicht wieder verlassen. Es war so als wenn er denk, hier geht es mir gut, hier will ich nicht mehr weg. Ins Auto wollte er anfangs auch nicht und er hatte beim Fahren richtig großen Stress ,das hat sich zwischenzeitlich aber alles gelegt. Mittlerweile hat er sich an den Tagesablauf gewöhnt und er ist auch sonst längst nicht mehr so ängstlich wie anfangs. Er sucht von sich aus den Kontakt und die Nähe zu uns, ist sogar ein richtiger Schmuser und man merkt, wie er die Geborgenheit genießt. Wo wir uns riesig drüber gefreut haben, war, als er sogar anfing zu spielen und uns aufgefordert hat, mit ihm zu spielen. Er schaut sich viel von den anderen Hunden ab und auch mit den Katzen klappt es sehr gut. Unser Kater kuschelt abends auf der Couch auch schon mal so, dass seine Pfoten bei Max auf dem Rücken oder sogar auf dem Kopf liegen und das läßt Max alles mit sich machen. Er erschreckt zwar immer noch recht schnell, reagiert aber nicht mehr so stark wie am Anfang.
Die tolle Entwickung von Max, die er wirkich mit Riesenschritten macht, wäre ohne Ihre liebevolle und geduldige "Vorarbeit" mit Sicherheit so nicht möglich. Von daher gilt Ihnen unser ganz besonderer Dank für das, was Sie für Max alles getan haben!
Was ihm große Probleme bereitet, ist das Laufen. Er hatte ja in beiden hinteren Beinen einen Kreuzbandriss. Bei den OP's hatte man dann festgestellt, dass er starke Arthrose in den Gelenken hat. Dadurch sind die Gelenke und ganz besonders im rechten Bein ziemlich versteift und er hat Schmerzen, so dass er beim Laufen sehr oft nur auf 3 Beinen hüpft. Wir geben ihm jetzt Metacam-Saft und hoffen auf Besserung, wenngleich die derzeit noch auf sich warten lässt..
So, dass war's dann erst mal für heute. Wir sind wirklich total froh und glücklich, dass wir Max zu uns geholt haben und möchten ihn keinen Tag mehr missen.
Wir melden uns wieder und beim nächsten Mal kommen dann auch mal Bilder mit.
Es grüßen Sie ganz ganz herzlich
Bettina und Vera mit der ganzen Rasselbande :-)


