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Fohlen für die Wurst

Gemini - fliegt heute wieder

Tierheim Szentes - Hilfe nicht in Sicht

Wir schreiben das Jahr 2008 !

Warum ich das direkt an den Anfang dieses Berichtes erwähne? Ganz einfach. Am Tor des Tierheimgeländes glaubt man ins tiefe Mittelalter zurückversetzt zu werden. Es ist einfach unglaublich. Die Stadt Szentes ist zumindest im Stadtkern sehr nett und fortschrittlich.(Die deutsche Stadt St. Augustin ist die offizielle Partnerstadt). Überall werden die alten Gebäude renoviert und zum Teil mit EU Mitteln in ihren ursprünglichen wunderschönen Urzustand gebracht. Nicht so das Tierheim. Schon der Weg, das Gelände liegt weit außerhalb der Stadt, ist holprig und mit tiefen Pfützen übersät. Wir waren mit einigen Damen, die sich ehrenamtlich um die Tiere bekümmern, dort verabredete. Wir kamen also am Tierheim an. Tierheim? Fehlanzeige! Es handelt sich im Großen und Ganzen lediglich um einen eingezäunten Platz. Nur das laute Gebell der Hunde zeigt uns das wir hier richtig sind.

Das erste was wir sahen, waren wieselflinke Ratten, überall. Das zweite war ein alter verfallener Wohnwagen mitten auf dem Gelände.

Das Elend der Tiere beginnt aber schon vor dem Tor des Geländes an. Hier steht ein etwa 1 m³ großer alter rostiger verwahrloster Käfig.

In diesem Käfig saß ein kleiner ängstlicher Hund. Irgendetwas stand auf dem kleinen rostigen Schild am Käfig. Später wurde uns erklärt, dass dies die "Notaufnahme" sei. Wer seinen Hund nicht mehr braucht, einen Grund gefunden hat, oder wie auch immer sich eines Hundes entledigen möchte, steckt ihn einfach in diesem Käfig.

.Ja, das ist wohl auch diesen im Käfig sitzenden kleinen" Häufchen Elend "widerfahren. Er zitterte und bebte an allen Knochen.

Leise, ganz leise weinte er vor sich hin. Seine Augen schauten so traurig und gleichzeitig voll Hoffnung.

Selbst einem gestandenen Mann bricht das das Herz. Genau wie dieser kleine Bursche waren auch wir hilflos. Helfen konnten wir ihm nicht.

In diesem Moment trafen die Damen des Tierschutzverein es ein. Sogleich wurden wir freudig begrüßt, und waren erfreut, dass eine der Damen nahezu perfekte deutsch sprach. Das erleichterte die Sache ungemein. Sie erklärten uns an dieser Stelle die Sache mit der "Notaufnahme", versorgten den kleinen Hund und brachten ihn ins Tierheim. Nach ein wenig Smalltalk begann die Führung durch das Tierheim. In dem Gespräch erfuhren wir, dass man sich hier um zurzeit 148 Hunde kümmere.

Untergebracht waren die Hunde in kleinen Ausläufen in Gruppen mit je zwei bis etwa sechs Tieren.

Die meisten Hundehütten, sofern man sie so nennen mag, waren defekt und marode. Eigentlich sollten sie den Hunden Schutz bieten, aber…..

auch die Zäune sind allesamt nur als Schrott zu bezeichnen. Aus genau diesem wurden sie allerdings auch erbaut. Jedes Stückchen Draht, Eisen, Blech wir hier zu einem Zaun umfunktioniert. Auf gefährliche, scharfe oder spitze Gefahrenpunkte achtet hier niemand. Es wird schon (muss) irgendwie gehen.







Nichts, rein gar nichts!

Improvisation wohin man schaut. Wir besichtigen den Ort der den Mitarbeitern Schutz vor dem Wetter geben soll.
Ein Disaster!

Toilette ? Keine!
Eine Heizung? Auch nicht!
Eine kleine Kochstellen um sich vielleicht einen Tee oder Suppe zuzubereiten?
Ebenfalls Fehlanzeige!

Was sollte noch kommen ???

Wir wollten gern etwas über die Futtersituation wissen, und baten uns in die Lagerungsmöglichkeiten ansehen zu dürfen. Die Frauen schauten sich fragend an, führten uns dann aber zu einer Blechgarage.

Sie öffneten das Tor und was wir dann sahen....

Das war alles an Futter für 148 Hunde. Das reicht nicht einmal für einen Tag.

Das ist nichts, wieder einmal gar nichts.



Böse Zungen würden sagen, dass selbst die Ratten weinend abgezogen sind. (Sind sie aber nicht, überall sind Rattenlöcher und kleine huschende Schatten in den dunklen Ecken zu sehen).

Also Fakt ist, Lager leer, 148 Hunde haben Hunger.

Stellt sich die Frage, wie werden die Tiere ernährt. Das sollten wir ein wenig später sehen und auch riechen können.

Eine der Helferinnen kramte in einer der Kühltruhen herum. Aha, Kühltruhen, das heißt, gefrorenes Futter.

Ja, da sollten wir uns aber mächtig getäuscht haben. Truhen gibt es, aber keinen Strom!
Kein Strom = keine Kühlung.
(Wenn die alten Dinger überhaupt noch funktionieren). So dienen die alten Geräte als Lagerschrank. Als die Helferinnen ein großen Klumpen stinkenden etwas herausholte, wussten wir auch warum die Truhen hier waren. Zum einem wegen dem furchtbaren Gestank, und zum anderen damit die Fliegen nicht an die "lebensspendende Nahrung" kommen. Langer Rede...

Sie, die ehrenamtlichen Helfer(innen), zerschnitten den undefinierbaren (Fleisch?) Klumpen und warfen die Stücke in einen riesigen Topf Wasser/ alte Suppe (oder was auch immer).

So wird dann das Material ein bis zwei Stunden über offenem Feuer gekocht. Nicht etwa in einer Küche, sondern unter freiem Himmel. Irgendwann war das Gelände von einer Geruchsmischung aus stinkenden Etwas, Holzgeruch, und vermutlich einer sauer gewordenen Suppe geschwängert.

In meinem Magen wurde es langsam eng. Also versuchten wir dem Kochdunst zu entweichen. Wir widmeten uns den Hunden zu. Langsam gingen wir von Zwinger zu Zwinger. Ständig beobachteten uns hoffnungsvolle, traurige und ängstliche Hundeaugen.

Irgendwann versuchte ich diesen leeren Blicken auszuweichen, ich wollte nicht mehr in diese Augen blicken. Es gelang mir nur schwerlich. Während unserer Begehung erzählten die Tierschützer über ihre, sagen wir es wie es ist, hoffnungslose Situation.

Fortsetzung folgt.......