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Kurzinfo Aktion März 07

Das neue Welpenhaus

Tagebuch d. Aktion 01.2007

Montag, den 15.01.2007
Heute Früh um 2.00 Uhr sind Wolfgang und Martina nach Ungarn abgefahren.Sie werden bis Samstag bleiben. Wieder haben wir, Dank Ihrer Hilfe, den Wagen voll Spenden für die Tiere in Ungarn. Sei es ca. 1 Tonne Futter, Medikamente oder medizinisches Zubehör (z.B. Spritzen).
Die Fahrt ist trotz einiger glatter Straßen gut verlaufen und Sie sind gegen 14.00 Uhr im Tierheim in Széksfehérvár angekommen. Als erstes wurden die Spenden ausgeladen und die Transportboxen vorbereitet, da morgen eine Fahrt in die Tötungsstation geplant ist. Hier warten wieder über 20 Tiere auf uns. Natürlich war auch Gyöngyi, die Tierheimleiterin anwesend und brachte uns auf den neuesten Stand der Dinge.
Wie es zum Beispiel dem kleinen Puli mit den zwei gebrochenen Vorderläufen geht. Er ist in der Klinik und wir werden uns noch persönlich von seinem Zustand überzeugen.
Für diese Woche haben Wolfgang und Martina sich viel vorgenommen. Natürlich die Fahrt nach Baja in die Tötungsstation aber es ist auch noch geplant 4 andere ungarische Tierheime zu besuchen um hier eventuell helfen zu können. Ebenso wollen sie mit der Tierheimleiterin Gyöngyi und mehreren Hunden aus dem Tierheim ein Kinderheim in Székesfehérvár besuchen. Dies wird schon lange von Gyöngyi mit Hunden aus dem Tierheim als "Therapie" und "praktischer Tierschutz" für die Kinder betreut. Außerdem wird Herr Dr. Günster vom ETN, der bis jetzt unsere Tierarztkosten übernimmt, mit Andreas Stellbrink am Freitag im Tierheim Széksfehérvár sein um sich persönlich vom Zustand der maroden Quarantäne zu überzeugen. Hier soll der Einbau einer Heizungs- und Lüftungsanlage bespochen werden.
Dienstag 17.01.2007
Heute morgen erreichte uns eine schlechte Nachricht aus Ungarn. Unser deutscher Wagen ist kaputt. Wir warten seit heute früh auf ein Reparaturteam oder einen Leihwagen. Nicht ganz einfach zu organisieren. Was aber wesentlich schlimmer ist die Tiere in Baja warten auch auf uns. Für heute müssen wir die Fahrt absagen. Ob wir wie geplant die anderen Tierheime noch besuchen können wissen wir noch nicht. Erst wenn der Wagen repariert werden kann (hoffentlich) können wir eine neue "Wochenplanung" in Angriff nehmen.
Mittwoch 18.01.2007

Gestern waren Wolfgang und Martina den ganzen Tag damit beschäftigt eine Werkstatt zu finden die unseren Wagen eventuell reparieren kann. Der Transporter wurde am Nachmittag nach Budapest abgeschleppt, und Wolfgang und Martina sind mit einem Leihwagen zurück nach Széksfehérvár gefahren. Ob er repariert werden kann, und in welcher Zeit wissen wir noch nicht. Das sollen wir heute erfahren.
Heute morgen ist das Team dann zur Besichtigung der beiden Tierheime in Mohács und Szekszárd aufgebrochen. (Wenigstens der Leihwagen läuft!). In Mohács werden sie vom Bürgermeister erwartet, und sind nach der Besichtigung des Tierheimes zu einem Empfang im Rathaus eingeladen. Danach geht es weiter nach Szekszárd. Über die Eindrücke und Ergebnisse werden wir später berichten. Die Fahrt in die Tötungsstation Baja haben wir, wegen dem Defekt am Auto, auf Samstag verschoben. Wir hoffen das bis dahin unser Transporter repariert werden kann.
Gerade erreichte uns die Nachricht aus Ungarn - der Wagen wird heute nicht mehr fertig. Wir hoffen also auf morgen.
Donnerstag 18.01.2007
Gestern habe ich noch kurz mit Wolfgang telefoniert und er hat mir seine ersten Eindrücke der beiden besuchten Tierheime geschildet. In Mohács wurden sie von dem Vorstand des Tierheimes und dem Bürgermeister begrüßt. Alle waren sehr nett und haben sich große Mühe gegeben uns alles zu zeigen und zu erklären. Auch ein Dolmetscher war anwesend. Das Tierheim und die Tiere machten insgesamt - für ungarische Verhältnisse - einen guten Eindruck und auch die Mitarbeiter waren sehr motiviert. Wir konnten Pfleger dabei beobachten wie sie mit den Tieren spielten wenn es ihre Zeit zuließ. Das Tierheim ist aus einer ehemaligen Tötungsstation hervorgegangen. Diese gibt es mittlerweile nicht mehr, leider aber noch einen Hundefänger. Er liefert aber alle eingefangenen Tiere direkt ins Tierheim ein. Leider fehlt es auch hier an vielen Dingen. Nicht zuletzt natürlich wie immer an Futter und Geld.
Gebäude müßten dringend saniert werden und auch die medizinische Versorgung der Tiere ist aus finanziellen Gründen nicht immer realisierbar. Hier lernten wir einen kleinen, zweijährigen Rüden kennen. Ein liebes Tier - leider blind, also ohne Chance einer Vermittlung. Der Tierarzt bestätigte uns dass eine Operation möglich ist. Diese kann nur in einer Spezialklinik in Budapest durchgeführt werden und wie immer fehlte das Geld. Das Tierschutzprojekt Ungarn hat sich hier zu einer Soforthilfe entschlossen und zugesagt die Operations- und Behandlungskosten von ca. 600,00 € für den kleinen Hund zu übernehmen.
Die Tierheimleiterin konnte es nicht glauben und weinte vor Glück. Wir werden das Schicksal des Kleinen weiter verfolgen.
Den Empfang im Rathaus und die Einladung zum Essen mußten wir leider absagen, da die Zeit drängte und das nächste Tierheim auf uns wartete. Mit einer deutschen Übersetzung der Geschichte des Tierheimes im Gepäck fuhren Wolfgang und Martina weiter nach Szekszárd. Hier wurden Sie von der Tierheimleiterin begrüßt und konnten alles besichtigen. Sie waren auch hier von dem Zustand des Tierheimes, der Tiere und der Motivation der Mitarbeiter, meist jüngerer Leute, sehr beeindruckt. Auch hier wird versucht mit den zur Verfügung stehenden Mitteln den bestmöglichen Tierschutz zu leisten. Zum Beispiel versuchen ehrenamtliche Helfer Futter für die Tiere zu "erbetteln" und das damit ersparte Futtergeld wird für Kastrationen benutzt. Natürlich eine unhaltbare Situation. Dieses Tierheim ist eigenständig und keiner größeren Organisation angeschlossen.
Wenn wir hier von "gutem Zustand" der Tierheime sprechen, so bedenken Sie bitte, dass sich dies auf ungarische Verhältnisse bezieht. Diese Tierheim sind weit davon entfernt einem deutschen Tierheim zu entsprechen.
Heute, am Donnerstag, werden Wolfgang und Martina wieder zwei Tierheime besuchen. Die Fahrt geht heute nach Kiskúnfélegyháza - hier erwartet uns auch das ungarische Fernsehen - und nach Szentes. Wir werden morgen berichten welche Eindrücke hier entstanden sind.
Ach ja - angeblich soll auch unser Transporter heute noch repariert werden.
Samstag 20.01.2007
Da der Sturm über Deutschland leider bei uns immer wieder für Stromausfälle sorgt, gestaltet sich der Kontakt nach Ungarn nicht ganz so einfach. Leider auch nicht die Einträge hier im Tagebuch. Ich konnte nur kurz mit meinem Mann telefonieren und einige Informationen bekommen. Daher heute hier nur eine kurze Zusammenfassung der letzten Tage.
Donnerstag, den 18.01.2007
wurden also von Wolfgang und Martina, immer noch mit dem Leihwagen, die beiden Tierheime besucht. Beide waren über den Zustand des Tierheimes in Szentes schockiert. Hier gibt es buchstäblich nichts, außer ein paar verfallenen Gebäuden und einem maroden Zaun. Keine Hütten, keine Unterkünfte und und und. Aber dafür einen Hundefänger der die eingefangenen Tiere nicht die vorgeschriebene Zeit aufbewahrt (dafür hat er gar keine Möglichkeiten) sondern sofort tötet. Die Ironie, der Hundefänger bekommt für seine Arbeit 3 Millionen Forint pro Jahr, das Tierheim bekommt insgesamt 680.000 Ft im selben Zeitraum. Die Mitarbeiter des Tierheimes haben sich aus alten, verlassenen Häusern Ziegel besorgt um Teile des Bodens im Tierheim damit auszulegen, damit nicht alle Tiere im Matsch stehen. Wolfgang hat sich hier zu einer Soforthilfe entschlossen und die Kostenübernahme für 30, gut isolierte, Hundehütten zugesagt. Ein örtlicher Schreiner wird sie jetzt anfertigen. Dieses Tierheim werden wir sicherlich noch öfters besuchen da hier unsere Hilfe dringend gebraucht wird.
Auf der Rückfahrt zum Hotel haben sie noch unseren endlich reparierten Transporter aus Budapest abgeholt.
Andreas Stellbrink und Herr Dr. Günster (vom ETN) sind trotz des Sturms gut mit dem Flugzeug angekommen und man hat sich beim Abendessen im Hotel getroffen um den Ablauf des nächsten Tages zu besprechen.
Freitag, den 19.01.haben dann alle gemeinsam das Tierheim in Székesfehérvár besucht und Herr Dr. Günster konnte sich von unserer Arbeit vor Ort und vor allem von dem Zustand der Quaratäne ein Bild machen. Wir haben natürlich schon im Vorfeld abgeklärt welche Arbeiten (Heizung, Lüftung, Innensanierung) hier noch durchzuführen sind um dieses Gebäude wirklich sinngemäß nutzen zu können. Ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir von Herrn Dr. Günster, im Namen des ETN, die Zusage erhielten uns hierbei finanziell zu unterstützen. Ebenso wurde uns von Seiten des ETN angeboten durch deren Tierärzte Kastrationen durchzuführen und so gleichzeitig unseren ungarischen Tierarzt in Mikrochirugie zu unterrichten. Was natürlich die Kastrationen vor Ort wesentlich erleichtern würde. Es könnten mehr Tiere kastriert werden und auch die Nachsorge wäre wesentlich einfacher. Hier im Tierheim war dann auch das ungarische Fernsehen anwesend. Nachdem Herr Stellbrink und Herr Dr. Günster wieder zum Flughafen abgefahren waren, hat Wolfgang sich noch den kleinen, operierten Puli angesehen um abzuklären ob er transportfähig ist. Er hat mit den Ärzten gemeinsam entschieden das er mit nach Deutschland kommen kann. Danach haben Wolfgang und Martina mit der Tierheimleiterin Gyöngyi und einigen Tierheimtieren noch ein Kinderheim in Székesfehérvár besucht.
Samstag, den 20.01.2007
Heute morgen sind die beiden also endlich in die Tötungsstation Baja gefahren. Dort konnten sie 25 Tiere übernehmen, darunter fünf ca. acht Wochen alte Welpen und einen Hund der einen Leistenbruch hat. Alle Tiere werden nach Székesfehérvár gebracht und dort wird auch in unserer kleinen Tierklinik der Hund mit dem Leistenbruch operiert werden.
Im Tierheim sind jetzt noch viele Fragen zu klären und die Papiere für die Tiere, die mit nach Deutschland kommen, vorzubereiten. Morgen früh werden dann noch zwei Tiere ins Tierheim gebracht, die wir für befreundete Organisationen mit nach Deutschland bringen werden.
Sonntag 21.01.2007 Die Rückfahrt hat begonnen:

Heute morgen gegen 8.00 Uhr haben Wolfgang und Martina und insgesamt 20 Tiere die Fahrt nach Deutschland angetreten. Darunter auch der kleine Puli. Für ihn haben wir in Deutschland schon eine stationäre Aufnahme bei einem Tierarzt abgesprochen. Um seinen Zustand, nach den Operationen, stetig kontrollieren zu können. Der Kleine muß in ca. 4 Wochen nochmals operiert werden um die zur Stabilisierung des Splitterbruches eingesetzten Platten wieder zu entfernen. Ob wir das zweite Beinchen, hier ist ein Kniegelenk gebrochen und durch einen externen Fixateur stabilisiert worden, retten können wissen wir noch nicht. Wir werden ihm aber jede mögliche Chance geben. Jetzt, um 10.30 Uhr, waren sie kurz vor Wien und wir hoffen das die Fahrt weiter gut verläuft und alle gut ankommen.
Unser Team ist zurück:
Soweit hat alles gut geklappt und alle sind gut hier angekommen. Wir werden Einzelheiten wie z. B. das weitere Schicksal des kleinen Jonny´s natürlich auf unserer Seite veröffentlichen.