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Zwischenbericht über den Zwingeraufbau

Reisebericht März 2005



Reisebericht – März 2005

Die Nachricht das im Tierheim Székesfehérvár das Stromnetz zusammengebrochen ist, erreichte uns schon einige Tage bevor ich meine Fahrt am 11.3. nach Ungarn startete.
Beladen mit Futter, Medikamenten und Ausrüstung kam ich nach 13 Stunden Fahrt abends um 19.00 Uhr in Székesfehérvár an. Das Tierheim sonst abends mit einigen Lampen notbeleuchtet empfing mich mit Dunkelheit. Trotzdem warteten Betti und Soli auf mich und wir entluden gemeinsam mein Auto. Ein kurzes Gespräch und ein Blick zu den Kettenhunden,mehr war an dem Abend nicht möglich, denn die Pfleger wollten nach Hause und auch ich war von der langen Fahrt müde und mit meinen Gedanken schon in Baja – Südungarn, in der Hundefängeranlage. Dort wo meine Fahrt morgen hingehen sollte.
Direkt nach dem Frühstück brach ich um 7.00 Uhr nach Baja auf , ich hatte die Nacht in einem nahegelegenen Hotel verbracht und war ausgeruht. Von der Fahrt über Land nahm ich nicht viel wahr meine Gedanken konzentrierten sich auf das Bevorstehende – die Rettung der dort eingefangenen Hunde und ein Gespräch mit der Stadtverwaltung. Von dessen Verlauf die weitere Arbeit in Baja abhängen sollte. Die Situation in Baja hatte sich im letzten Jahr zugespitzt. Die Anzahl der Hunde stieg stetig an, anfangs noch zwischen 6-10 Hunden im Monat, jetzt bis zu 30 Hunde alle vier Wochen. Nicht nur das diese Anzahl der Tiere in einer Fahrt von uns nicht mehr transportiert werden konnte, auch war das Tierheim Székesfehérvár total überlastet. Aus diesem Grunde hatte ich mich entschlossen der Stadt Baja auf schriftlichem Wege unsere Situation zu schildern und sie um Hilfe gebeten.
Mein Termin mit Herrn Dr. Sulyok unserem dortigen Tierarzt (und Gott sei Dank auch Dolmetscher) war um 10.00 Uhr. Ich kam pünktlich an und kurz danach kam Herr Jónai, als Vertreter der Stadt Baja und zuständig für die Hundefängeranlage dazu. Es war eine langes und freundschaftliches Gespräch in der er die Problematik bestätigte und versprach an der Situation etwas zu ändern. Er schlug vor im Mai mit dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung ein neues Treffen zu organisieren in dem die Punkte für eine weitere Zusammenarbeit festgelegt werden. Danach fuhren Herr Dr. Sulyok, seine Frau und ich in die Hundefängeranlage um die dortigen Hunde zu impfen und zu verladen. Es warteten 14 Hunde auf mich, ein Rottweiler, mehrere Schäferhunde, ein Jagdhund, ein paar kleine Mischlinge und wie so oft zwei Problemfälle, die krank waren und von Herrn Dr. Sulyok behandelt wurden. Ich war beruhigt, denn sonst erwarteten mich bis zu 30 Hunde und mehr und auch die Problemfälle gab es in der Vergangenheit. Nach 2 Stunden waren alle Tiere geimpft und verladen und ich machte mich zurück auf den Weg ins Tierheim nach Székesfehérvár. Bei meinem Abschied von den Leuten aus Baja teilte mir Oma Maria mit, dass sie überlegt ihre Arbeit in der Hundefängeranlage Mitte des Jahres zu beenden, da sie es körperlich nicht mehr schafft. Ich versprach ihr mich bei meinem nächsten Besuch mit ihr darüber eingehend zu unterhalten.
Im Tierheim angekommen wurden die Hunde ausgeladen und sofort untersucht und alle versorgt. Gyöngyi die Tierheimleiterin, Gabi unsere Freundin und Dolmetscherin sowie der Präsident des Gesamtvereines Herosz Herr Dr. Berey waren an diesem Tage anwesend und wir diskutierten den restlichen Abend über den weiteren Verlauf unserer gemeinsamen Zusammenarbeit. Hilfestellungen und Problemlösungen. In erster Linie war aber das Stromnetz wichtig und ich versprach sofort nach meiner Ankunft in Deutschland die notwendigen Gelder für eine provisorische Reparatur zur Verfügung zu stellen. Die komplette Reparatur mit der Installation von 4 Nachtspeicheröfen würde 3.800,00 € kosten. Gelder die wir im Moment nicht haben.
Um 21.00 Uhr verabschiedeten wir uns in der Dunkelheit und ich fuhr wieder in mein Hotel. Die Dunkelheit an sich war nicht das Problem nur liegen ohne das reparierte Stromnetz die Katzenbabys und Welpen ohne Wärmelampen in kalten Käfigen. Daher ist es äußerst wichtig die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen. Am nächsten Tag um 9.00 Uhr sollte ich die für mich vorbereiteten Hunde übernehmen.
Unsere Freundin und Dolmetscherin Gabi war auch anwesend um beim Verladen behilflich zu sein. Und so nahmen wir außer Gabor und Mäxchen (siehe Notfälle) noch 7 andere Hunde mit. Leider hatte ich nicht mehr Tierheimplätze in Deutschland bekommen. Es fiel mir sehr schwer viele traurige Augen zurücklassen zu müssen obwohl ich noch 10 Hunde mehr hätte mitnehmen können. 12 Stunden Fahrt lagen vor mir und in Deutschland hatte es noch einmal kräftig geschneit. Nachdem alle Hunde von mir unterwegs noch mehrmals versorgt wurden erreichte ich um 21.00 Uhr das Tierheim Olpe, wo schon die Tierheimleiterin Frau Drosten auf mich wartete um einen Teil der Tiere entgegenzunehmen. Der Rest ging nach Köln Zollstock und Duisburg.
Nur „Opa Gabor“ und „Mäxchen“ der Dackel blieben übrig und warten nun bei meiner Frau und mir das sich Menschen finden die auch einem alten aber liebenswerten Hund ein Zuhause geben. Und für Mäxchen Menschen die verständnisvoll sind und warten können bis er den Glauben an den Menschen wieder findet.
Vielen Dank an unsere Unterstützer und Helfer, mit denen ich während meiner Reise im telefonischen Kontakt stand und besonders meiner Frau, die die drei Tage meiner Reise ständig telefonierte um alles geplante und nicht geplante zu organisieren.
Wolfgang Stephanow